Das Jubiläumsjahr; es wird angemessen gefeiert

Unsere Gartengenossenschaft hat ein Jahrhundert voll. Nicht aber unsere Gartenanlage. Wir wurden von den Entwicklungen der Zeit überrollt. War unsere Anlage anfänglich noch am Stadtrand gelegen, so hat sich nach und nach darum herum einiges getan: neben dem neu errichteten Krankenhaus wurden auch Wohnhäuser um die Anlage gebaut, so dass diese bereits von mehreren Seiten eingeschlossen war. Diese nunmehr innere Lage, weckte neben nachvollziehbaren Bedürfnissen des Krankenhauses nach notwendigen Erweiterungen, auch Begehrlichkeiten durch Immobilienmakler. Der eigentliche Antrieb der Entwicklung ging vom Gemeinderat aus, angeführt vom damaligen OB F.Möh rle, was uns letztlich in eine neue Anlage mit geänderten Vorzeichen geführt hat: aus Gemüsebauern wurden Freizeitfreaks, die nebenher Gemüse anbauen. Somit haben wir uns in den bereits seit längerem bestehenden Trend, hin zu Rückzugsräumen mit Gartenhäuschen und neuzeitlichem Komfort, eingereiht. Möglich gemacht hatte dies, neben den Zugeständnissen durch die Stadtverwaltung im Zuge eines Geländetausches, auch die Veräußerung eines Teiles unseres (alten) Geländes auf dem freien Immobilienmarkt.

Die zunehmend ausgestaltete „Überversorgung“ mit Lebensmittel, welche allmählich nach dem Krieg eingesetzt hatte, hat aus einer ehemaligen Notwendigkeit ein Hobby gemacht. Es kann nämlich niemand mehr behaupten, sein Gemüse aus der Not heraus selber anzubauen. Allenfalls biologisch begründete Argumente vermag ein Freizeit-Gemüsebauer heute noch anzuführen.

Entwicklung und Ablauf des Geländetausches können ausführlich in der Chronik der Jahre

 1980 – 1994 verfolgt werden. 1994 erfolgte dann der Umzug hierhin, wo nun gefeiert wird.

Die Sitzungsaktivitäten des Jahres im kurzen Überblick:

 VS: 30.07 – Absuchen der Ordner nach Belegen und Inventurlisten „Schanzstuben“

       31.07 – Beschlussfassung über die Vergütung von insgesamt 10 Sitzungen der Vorstände

                    zur Vorbereitung des Jubiläumsfestes.

       20.08 – Ausarbeiten eines Gartenpflegeplanes

 VS/AR: 13.03, 24.04, 22.05, 19.06, 31.07, 14.08, 7.09, 23.10, 17.11, 4.12

 Die Topthemen, chronologisch geordnet:

  1. Erster Umriss über die Gestaltung der Jubiläumsfeier

  2. Unregelmäßigkeiten beim Eingang der Pacht für die „Schanzstuben“ werden wiederholt festgestellt. Unmutsäußerungen pächterseits über vertraglich geregelte Pachtanpassungen nehmen zu, ebenso Reklamationen zu umlagefähigen Kosten. Es treten erste Abnutzungserscheinungen im Umgang zwischen Pächter und Vorstand auf. Maßnahmen zur Beilegung der Situation werden diskutiert.

  3. Die Planung der Jubiläumsfeier wird nunmehr endgültig ohne die Einbeziehung und Beteiligung der „Schanzstuben“ vorangetrieben.

  4. Der Bruch mit den Pächtern ist nun Realität: der Beschluss zur Kündigung des Pachtvertrages ist gefasst, die Rechtssicherheit der Kündigung wird durch einen Anwalt gewährleistet. Über ein Internetportal ist man bereits auf der Suche nach einem Nachfolger.

  5. Erste Vorbereitungen zur Abnahme bzw. Übergabe der Gaststätte. Alte Rechnungen, Inventurlisten und andere Unterlagen werden durchgesehen, um ein umfassendes Bild der Sachlage zu erhalten.

  6. Interessenten für die Nachfolge als Pächter der „Schanzstuben“ werden vorstellig. Das Vorhaben zum Pächterwechsel fordert allen Verantwortlichen einiges ab.

  7. Die Pächter kündigen nunmehr selber ihren Vetrag fristlos und stellen den Betrieb der Wirtschaft sofort ein; man einigt sich, die Angelegenheit einvernehmlich zu regeln; trotzdem kommt man nicht umhin, letzte Unstimmigkeiten mit gegenseitigen Forderungen zu überziehen.

  8. Herr Maier legt sein Amt im Aufsichtsrat nieder und kündigt seine Mitgliedschaft zum 31.12.

  9. Zum Vorsitzenden des Aufsichtsrates wird H. Dr. Norbert Ferch gewählt, zu seiner Stellvertreterin Fr. Vranjkovic.

      

    Die Generalversammlung zum Jubiläumsjahr findet am 3.Juli 2010 statt.

    Herr W.Maier eröffnet die Sitzung und bittet um eine Gedenkminute für das verstorbene Mitglied A.Frank.

    Fr. I.Schulte verliest das Protokoll der letztjährigen GV, H. G.Langmahr legt den Geschäftsbericht vor. H. J.Walitschek präsentiert die Bilanz sowie Anschaffungen des vergangenen Jahres.

    Die GV genehmigt die Verwendung durch Vortrag auf neue Rechnung des Jahresüberschusses von 1.796,81 €.

    VS und AR werden einstimmig entlastet, es folgen kurze Berichte über aktuelle Sachverhalte.

    Die Sitzung wird durch H. W.Maier beendet.

     

    Nach der GV wird das hundertjährige Bestehen gebührend gefeiert.

    H. G.Langmahr eröffnet die Feier mit einer Ansprache, in der er mit Angaben zu Gründung und Entwicklung der Genossenschaft, die vergangenen hundert Jahre Revue passieren lässt.

    Der Badische Genossenschaftsverband – unser Dachverband – schickt mit H. Horsthemke einen Vertreter, welcher uns mit einer kurzen Ansprache und einem Gutschein vom Verband ehrt.

    Auch die Stadt Singen ist mit einem Abgesandten vertreten.

    H.Stöcklin startet eine  Präsentation, zusammengestellt aus einem Fundus von eigenem und auffindbarem Material. Es war für alle Anwesenden eine erlebnisreiche Vorführung, vor allem aber für Mitglieder welche die alte Anlage nicht mehr erlebt hatten. Auch für „alte“ Mitglieder war das eine oder andere Erstaunliche noch dabei. Gegen eine kleine Gebühr konnte man die Präsentation auf DVD erwerben, was auch einige Mitglieder nutzten. 

    Für das anschließende Fest war eigens ein Zelt auf dem Parlplatz der „Schanzstuben“ aufgestellt worden. Geboten wurde neben Essen und Trinken auch musikalische Unterhaltung mit Tanz, eine Tombola und für die Kleinen wurde ein Zauberer bestellt. Dieser hatte nicht nur die Kinder zum Staunen gebracht, auch Erwachsene ließen sich in seinen Bann ziehen.

 Für das leibliche Wohl war zudem mit Speis und Trank ausreichend gesorgt.

Eine sehr angenehme und willkommene Begleiterscheinung an diesem Sonntagnachmittag war das WM Fußballspiel  zwischen Deutschland und Argentinien in Kapstadt, Südafrika. Der 4:0 Sieg über den südamerikanischen Fußballdino hatte die eh schon gute Stimmung bei vielen auf eine wahre Glücksstufe gehievt.

Es war ein toller und mit viel Freude einhergehender Nachmittag, dank der gründlichen und langen Planung und Vorarbeit  durch die Verantworlichen.

Mitgliederbestand zum Jahresende: 73. Es sind  Abgänge: 7   Zugänge: 6  zu verzeichnen.

 

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