Das Jahr des Feilschens mit der Stadt. Zu verschenken gibt`s nämlich nichts.

     Am 8.1 findet eine weitere Gesprächsrunde im Rathaus Singen statt. H. Berger wartet mit einigen Details auf:
Gartenhäuschen aus Holz oder Stein, Vereinsheim 15,5 x 8 m bei einer Traufhöhe von 3,25 m. Die neue Anlage wird als "Dauergartenanlage" definiert. Beide Seiten tauschen ihre Ermittlungen über den Wert der Grundstücke aus.
     In der AR/VS Sitzung vom 24.2. bei H. Schaupp, wird die Aufrechterhaltung der Forderung von 230 DM/m²
für das GG Grundstück bekräftigt. Die Stadt hat als Durchschnittspreis etwa die Hälfte geboten. Abgelehnt wird der Versuch der Stadtverwaltung, Wege und Wasserleitungen zu verrechnen. Diese bestünden ja in der alten Anlage, man könne allenfalls über einen Prozentsatz Alt gegen Neu reden. Desgleichen erwägt man die Möglichkeit, die neue Anlage aus den zu erwartenden Überschuss, in Eigenarbeit zu erstellen. Der Überschuss solle nicht an die Mitglieder ausbezahlt werden, sondern verzinslich angelegt und daraus anfallende Reparaturen beglichen werden.
      Am 9.3. beginnt die langersehnte Krankenhauserweiterung. Kaum begonnen, bildet sich gegen den Erweiterungsbau Widerstand seitens der Anwohner des Torkelweges, welche eine unverhältnismäßige Zunahme des Verkehrs befürchten. Sind wir Kleingärtner also doch die besseren Nachbarn?
      Im Gasthaus "Sternen" findet am 16.3. eine AR/VS Sitzung statt. Wichtigste Tagespunkte zum Geländetausch   sind :
- Forderung an die Stadt: Wege, Einfassungen mit Tore, Wasseranschluss, Parkplätze gratis zu  erstellen
- Bodenzustand des neuen Geländes ist als gut zu bewerten
- Erfragen der Kosten einer Humusverlegung aus dem alten ins neue Gelände bei der Stadtverwaltung
      Am 14.4. wird zu einem neuen Gespräch ins Rathaus geladen. H. Berger informiert, dass sich die Gespräche über den Grundstückserwerb wegen Erbgemeinschaften schwierig gestalten.  Es könnten binnen 4 Jahren 60 - 70 Gärten fertiggestellt sein. Gleichzeitig unterstreicht er, dass eine Enteignung des Teilgeländes Torkelweg links möglich wäre, da dieses Gebiet im Bebauungsplan als "Krankenhauserweiterung" ausgewiesen ist. Zum Ausgleichsbetrag wird eine Auszahlung in zwei Tranchen, 1993 und 1994 als möglich gehalten. Der Forderung der GG von 1.400.000, steht ein Angebot der Stadt von 900.000 gegenüber.
      Die Generalversammlung findet am 15.4. im Hotel " Widerhold" mit 46 Anwesenden statt. Einige Zahlen vorab: 98  Mitglieder zum 31.12.1991, ein erwirtschafteter Überschuss von DM 67,61. Fortfahren möchte ich nur mit geländetauschrelevanten Informationen. H. Stöcklin: "waren bereits vier mal zu Gesprächen im Rathaus, diese verlaufen zäh, da die Forderungen der Parteien noch weit auseinander liegen!" Das Vereinsheim solle die Genossenschaft erstellen, um keinen Präzedenzfall zu generieren. Ein Wertausgleich dafür wird von der Stadt gewährt. H. Groß appelliert an die Mitglieder, sich noch etwas zu gedulden, denn man wolle das Möglichste für die Genossenschaft herausholen
      AR/VS Sitzung,  8.7. mit Gartenbegehung im Voraus. Es wird bekannt, dass die Stadt ihr Angebot auf 1.000.000 Ausgleichsbetrag erhöht hat. Gleichzeitig wird überlegt, ob das Teilstück Torkelweg rechts, nicht auch privat zu verkaufen wäre. Dafür wäre aber ein Angebot der Stadt ohne Einbeziehen dieses Geländes erforderlich.
      Am 24.8. folgt eine Einladung bei H. Rau, Management- und Vermögensberatung in Singen. Zugegen waren die HH. Schaupp, Stöcklin und Pittelkow.  H. Rau ist unter bestimmten Voraussetzungen am Grundstück Torkelweg rechts interessiert. Um ein kostengünstiges Bauen zu gewähren, ist die Bautiefe wichtig. Beide Parteien würden sich dazu erkundigen.
      Die AR/VS Sitzungen vom 31.8. und 26.11. sind ohne Belang für die Chronik der GG.
      Am 26.11. wird diesjährig zum letzten Mal mit der Stadt verhandelt. Der Gemeinderat hatte zuvor das Angebot aus dem letzten Gespräch abgelehnt. Es wird wieder "scharf geschossen" . Anstelle der Niederschriften  des Gesprächsprotokolls, untenstehend eine Zusammenfassung zweier Zeitungsartikel:

Das Jahr 1992 scheint, ähnlich wie 1989 mit Turbulenzen, über die Presse ausgetragen, zu Ende zu gehen.
In einem Artikel der Ausgabe vom 2.10.1992 übt der Südkurier harsche Kritik an unserer Gartengenossenschaft.
Der Vorstandschaft wird übertriebene Preisvorstellung vorgeworfen und "spekulatorische" Absichten unterstellt.
Die juristische Maßnahme, sprich "Enteignung", steht wieder im Raume.
In einer Stellungnahme der Vorstandschaft wird der Vorwurf der Spekulation energisch zurückgewiesen: Mit der Wert-Differenz zwischen altem und neuem Grundstück wolle man lediglich die geplanten Einrichtungen der neuen Anlage beziehen. Da die beiden Gelände durch ihre unterschiedlichen Lagen auch verschiedene Wertigkeiten aufweisen, ist ein finanzieller Ausgleich eine realistische Forderung und diese sei auch fair ausgestaltet:" die von uns geforderten Quadratmeterpreise liegen unter dem derzeitig in Singen bezahlten Durchschnitt".
Die Antwort des Vorstandes erschien ebenfalls im Südkurier, am 6.10.1992. Wie auch schon 1989, wurde dieser Disput öffentlich geführt. Es sei hier angemerkt dass es nicht im Interesse der Genossenschaft war, diese Angelegenheit über die Presse zu regeln. Doch einem böswilligen, öffentlichen Fingerzeig wollte man angemessen  gegenübertreten.
Wie schon eingangs erwähnt: "es gibt nichts zu verschenken"

 

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