Nachdem in der Adventszeit des Vorjahres etwas Ruhe eingekehrt und die Wogen geglättet waren, scheint es, als ob auch Besinnung bei der Stadtverwaltung eingekehrt sei.
In seiner Ausgabe vom 10.01.1990 berichtet der Südkurier vom traditionellen alljährlichen Treffen der SPD Gemeinderatsfraktion, in welchem offensichtlich auch die Sachlage um die Kleingärtner und deren Problemlösung  erörtert wurde. Zitat OB Möhrle "es gibt Überlegungen, die die Kuh vom Eis bringen".
Dieses Umdenken scheint sich nur 5 Tage später zu bestätigen, als wiederum der Südkurier (15.01.90) in einem Artikel über den bevorstehenden Krankenhausumbau darüber berichtet, dass der OB einer Auseinandersetzung mit den Gärtnern aus dem Wege ginge: "ich muss da ganz pragmatisch denken"!
Erstes Ergebnis dieses neuen Pragmatismus´ scheint ein Südkurierfoto vom 15.03.90 zu sein, in dessen Begleittext erstmals ganz klar von einem Angebot an Flächen auf der Schanz in der Südstadt gesprochen wird. Diese Flächen gehörten bereits zu 30% der Stadt.
Weitere wichtige Daten:
Sitzung von Mitgliedern des AR/VS mit der Stadtverwaltung im Rathaus Singen am 31.1.
H. Berger wurde von OB Möhrle beauftragt, Kontakt mit der Gartengenossenschaft aufzunehmen.
Von Seiten der Genossenschaft wird klargestellt dass ein Umzug in die Südstadt nicht in Frage kommt.
Die alternativen Tauschgelände "Schmidt-Klingel" und "Schanz" werden erneut angesprochen.

AR/VS Sitzung vom 13.2. Es wird u.a. ein Ausschuss für die Verhandlungen mit der Stadt bestimmt:
beide Vorstände, AR Vorsitzender, zwei AR Mitglieder, Schriftführer.

1.03.  Sturmschaden im Torkelweg ca. 3.500 - 5.000 DM!

Öffentliche Bekanntmachung der Stadt Singen am 5.04.90
- ein Bebauungsplan zur "Erweiterung Krankenhaus", als Entwurf in der Gemeinderatssitzung vom 28.11.89 beschlossen und am 13.03.90 einhellig zugestimmt, wird amtlich bekannt gegeben.
- in den Grenzen des festgelegten Baugebietes sind die durch die Stadt Singen beanspruchten Genossenschaftsgelände enthalten

AR/VS Sitzung vom 18.5.  ...u.a: bei der Ausschreibung Krankenhauserweiterung hat die Genossenschaft offiziell Einspruch eingelegt!

Öffentliche Bekanntmachung der Stadt Singen am 13.06.90
- eine Veränderungssperre zur Sicherung  des Bebauungsplanungsverfahrens "Erweiterung Krankenhaus" wird in der Sitzung des Gemeinderates vom 22.5.90 beschlossen.
Das im Bebauungsplan enthaltene Genossenschaftsgelände ist nun endgültig "verloren".

Die Generalversammlung findet am 28.3. im Gasthaus "Widerhold" Statt.
H. Schaupp eröffnet die Versammlung und begrüßt die 33 Anwesenden. Er erinnert, dass auf den Tag genau vor 80 Jahren, die Genossenschaft gegründet wurde und weist auf frühere Jahre hin, in welchen Gelände mit der Stadt getauscht wurde:" die Stadt war schon immer scharf auf unser Gelände"!
Es wird noch einmal auf die Umstände des Vorstandwechsels vom letzten Jahr und der letzten GV hingewiesen.
Im letzten Jahr hatte die Genossenschaft 98 Mitglieder. Die Bilanz weist einen Gewinn von 649,86 DM aus. Dieser wird für eine neue Hütte und zum Tore erneuern verwendet. Fr. Öhler gibt die Geschäftsführung an Fr. Wimmer ab.
H. Groß berichtet über den Stand der Verhandlungen mit der Stadtverwaltung. Diese hat sich seit dem Termin Ende Januar nicht mehr gemeldet. Es sei aber zu erwarten, dass ein Tauschgelände auf der Schanz angeboten würde.
Langjährige Mitglieder werden geehrt:  -     Baumann Otto           30 Jahre
                                                                -     Bohrmann Konrad     36    ´´
                                                                -     Herr Hans                  26    ´´
                                                                -     Homburger Josef        45    ´´
                                                                -     Schall August             40    ´´
                                                                -     Schaupp Ernst             25    ´´
H. Stöcklin hebt hervor, dass schon bei der Genossenschaftsgründung auf die gute Bodenqualität hingewiesen wurde, was auch heute bei den Verhandlungen mit der Stadt eine zentrale Rolle spielt. Sollte es in den nächsten Jahren zu einem Geländetausch kommen, wird die neue Anlage moderneren Ansprüchen genügen müssen.
Mit einem 14 Punkte umfassenden  Maßnahmenkatalog endet die diesjährige GV.

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